Thermostat verstehen

Die Funktionsweise des Thermostats am Heizkörper verstehen und richtig bedienen, spart Energie. Der Begriff Thermostat kommt aus dem Altgriechischen: thérmos bedeutet heiß/warm und statós heißt so viel wie stehend/gestellt. 

Das Thermostat misst die Temperatur, vergleicht diesen Wert mit dem eingestellten Wert und regelt die Zufuhr des warmen Wasser zum Heizkörper. Das Thermostatventil regelt die Raumtemperatur automatisch sobald eine Abweichung zwischen dem eingestellten und dem gemessenen Wert festgestellt wird, mit dem Ziel die Raumlufttemperatur konstant zu halten.
Das Heizungsthermostat ist mehr als nur ein Ventil zum Auf- und Zudrehen. Es ermöglicht Ihnen die individuelle Regelung Ihrer gewünschten Raumtemperatur und hilft Ihren Energieverbrauch zu senken. Wie Sie mit dem Thermostat, die für Sie angenehme Raumtemperatur erreichen, ohne Energie zu verschwenden und damit unsere Umwelt schonen, können Sie in unseren Tipps nachlesen.

Das Thermostat soll immer zugängig sein und eine ausreichende Luftzirkulation muss gewährleistet sein.
Durch Drehen auf die richtige Position, können Sie die für jeden Raum und seiner individuellen Nutzung angemessene Temperatur wählen.

Unsere Empfehlung:

* = ca 6 °C      Abwesenheit (Frostschutz-Stellung)
 1 = ca. 11 - 13 °C   Abstellräume
 2 = ca. 15 – 17 °C  Schlafzimmer und nicht benutzte Zimmer 
 3 = ca. 19 – 21 °C  Küche, Wohn- und Kinderzimmer
 4 = ca. 23 – 25 °C   Badezimmer
 5 = max.  Das Thermostatventil ist vollständig geöffnet.

Im Sommer, wenn die Heizung ausgeschaltet ist, öffnen Sie das Ventil vollständig. Es verlängert die Lebensdauer des Ventils.

Die Zahlen auf dem Thermostat sind als Orientierung gedacht. Üblicherweise werden die Thermostate von den Herstellern so voreingestellt, dass mit der Einstellung „3“ eine Raumtemperatur von etwa 20 Grad Celsius erreicht wird. Jede Stufe mehr entspricht etwa einer Temperaturerhöhung um 4 Grad Celsius. Unser Wärmebedarf ist je nach Nutzung der Räume unterschiedlich. Beim Baden oder Duschen möchten wir es gern wärmer haben als im Schlafzimmer. Durch Thermostate kann die Temperatur für jeden Raum individuell gewählt werden. Da das Thermostat stets die Raumtemperatur misst, werden alle Einflüsse anderer Wärmequellen, wie Sonneneinstrahlung, Herdplatten beim Kochen, warmes Wasser beim Baden oder Duschen und auch unsere eigene Körperwärme berücksichtigt. Der Heizkörper heizt nur, wenn es notwendig ist. Das spart Energie.
Bei der Einrichtung Ihrer Wohnung achten Sie bitte darauf, dass das Thermostat nicht durch Gardinen oder Möbel verdeckt ist. Sonst entsteht ein Wärmestau und das Ventil kann nicht richtig arbeiten. Es schließt, bevor die gewünschte Temperatur erreicht ist.

Die Vorlauftemperatur der Heizungsanlage ist voreingestellt und wird meist dadurch gesteuert, dass ein Thermostat den Wärmeerzeuger entsprechend an- und ausschaltet. Bei Zentralheizungen ist eine Regelung abhängig von der Außentemperatur vorgeschrieben. Die Temperatur des Heizwassers im Heizungssystem wird dadurch konstant gehalten.
Wenn Sie das Thermostatventil voll aufdrehen, heizen Sie nicht schneller, sondern nur länger, bis die eingestellte Zimmertemperatur erreicht ist und das Ventil schließt.
Wir empfehlen bei längerer Abwesenheit, die Raumtemperatur auf etwa 15 - 17 Grad Celsius einzustellen. Dies entspricht der Stellung 2.
Die Beschaffenheit der Gebäudehülle und der Temperaturunterschied zwischen draußen und drinnen spielen eine wesentliche Rolle. Bei schlecht gedämmten Altbauten ist die Einsparung durch das Abdrehen der Heizkörper am höchsten. Sie kühlen allerdings auch sehr schnell aus. Die Zimmertemperatur sollte deshalb nicht zu tief sinken, weil sonst das Schimmelrisiko steigt und je nach Lage der Wohnung der Heizkörper bei länger andauernden Minustemperaturen einfrieren kann. Den dabei entstehenden Schaden hat dann der Mieter zu tragen. Bei gut gedämmten Gebäuden lohnt eine Absenkung selten, weil diese nur sehr langsam auskühlen.

Das Thermostatventil verschleißt mit der Zeit. Häufig klemmt der Übertragungsstift zwischen Ventil und Temperaturfühler oder die Genauigkeit der Temperaturregelung und damit auch die Energieeffizienz lassen nach. Ist die Raumtemperatur bei Stufe 3 beispielsweise deutlich wärmer als 20 Grad, ist der Thermostatkopf möglicherweise verschlissen. Lässt sich das Heizkörperventil nur noch schwer bewegen oder bleibt die Heizung immer gleichbleibend heiß oder kalt, rufen Sie unsere Servicenummer an.

Einige unserer Wohnungen sind mit einer Fußbodenheizung ausgestattet. Sie gibt die Wärme gleichmäßig verteilt über den ganzen Boden ab. Die gefühlte Temperatur ist dabei etwas höher als die tatsächlich eingestellte Temperatur. Die Heizung kann um ein bis zwei Grad niedriger eingestellt werden.
Auch hier regelt ein Thermostat die Temperatur im jeweiligen Raum. Das Aufheizen der Räume dauert länger als bei einer herkömmlichen Heizung. Es dauert eine ganze Weile, bis sich die größere Fläche des Bodens ausreichend aufgewärmt hat, um dann Wärme in den Raum abzugeben. Es kann mehrere Stunden dauern, bis die gewünschte Raumtemperatur erreicht. Bei einer Störung dauert es dafür länger bis sich der Fußboden vollständig abgekühlt hat. Es bleibt länger warm. Wir empfehlen Ihnen, einmal zu Beginn der Heizperiode, die für den entsprechenden Raum gewünschte Temperatur einzustellen und diese auch bei vorübergehender Abwesenheit unverändert zu lassen. Sie sollten wissen, dass Teppiche, Läufer und Brücken u. ä. die Wärmeabgabe über den Fußboden erschweren. Um trotzdem eine gemütliche Raumwärme zu erreichen, müssen Sie die voreingestellte Temperatur erhöhen. Damit steigt Ihr Energiebedarf.